Eltern-Kind-Dynamik
Mein Kind hat ganz andere Berufsvorstellungen als ich. Wie gehe ich damit um, ohne den elterlichen Einfluss auf die Berufswahl zu verlieren?
Von Leonard Döppeler · Zuletzt aktualisiert am
Antwort für Eltern
Indem Sie vom Bewerten aufs Prüfen umstellen – das erhält den Einfluss, statt ihn zu verbrauchen. Widerspruch macht einen Berufswunsch attraktiver, weil er ihn zur Frage der Selbstbehauptung macht; Ihr Kind verteidigt dann nicht mehr den Beruf, sondern sich selbst.
Wirksamer ist eine Verabredung: Der Wunsch darf stehen bleiben, und Ihr Kind prüft ihn selbst – über ein Praktikum, einen Tag im Betrieb, ein Gespräch mit jemandem, der den Beruf ausübt. Was dabei herauskommt, müssen Sie nicht bewerten; es spricht für sich.
Trennen Sie dabei zwei Dinge, die oft vermischt werden. Ihre Sorge um die Zukunft Ihres Kindes ist berechtigt und darf ausgesprochen werden: „Ich mache mir Sorgen, ob du davon leben kannst" eröffnet ein Gespräch. Der konkrete Beruf dagegen ist die Entscheidung Ihres Kindes: „Das ist doch nichts" beendet eines.
Falls die Sorge sachlich ist, lässt sie sich prüfen: Die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit kennt die regionale Lage und ist kostenlos. Wie Sie aus der Gegenüberstellung wieder herauskommen, steht in Kind will einen anderen Beruf als die Eltern.
Mehr Kontext
Der Einfluss der Eltern auf die Berufswahl wirkt dort am stärksten, wo er nicht als Einfluss auftritt. Wo er hilft, wo er schadet und wo die Grenze liegt.
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