Eltern-Kind-Dynamik
Welche Rolle spielen Freunde und Lehrer im Vergleich zum elterlichen Einfluss auf die Berufswahl meines Kindes?
Von Leonard Döppeler · Zuletzt aktualisiert am
Antwort für Eltern
Beide wirken, aber auf unterschiedlichen Ebenen – und keine davon ersetzt das Elternhaus.
- Freunde beeinflussen vor allem, was als attraktiv gilt, und wirken kurzfristig stark: Wenn drei aus der Klasse ein duales Studium machen, erscheint es plötzlich als der normale Weg. Diese Wirkung ist aber instabil und verschiebt sich mit der Gruppe.
- Lehrkräfte prägen eher das Zutrauen als die Richtung: Wer in Mathematik als schwach gilt, schließt technische Berufe von selbst aus, oft unabhängig davon, was er tatsächlich kann. Die Schule liefert dazu Struktur und Termine – nach der Empfehlung der Kultusministerkonferenz vom 7. Dezember 2017 über beide Sekundarstufen, die Klassenstufe regeln die Länder.
- Das Elternhaus wirkt anders und dauerhafter, weil es die Liste der überhaupt bekannten Berufe bestimmt.
Praktisch heißt das: Nutzen Sie die anderen Instanzen bewusst, statt mit ihnen zu konkurrieren – und sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind Menschen trifft, die Berufe ausüben, die in Ihrer Familie nicht vorkommen. Was die Schule leistet, steht in Berufsorientierung in der Schule.
Mehr Kontext
Der Einfluss der Eltern auf die Berufswahl wirkt dort am stärksten, wo er nicht als Einfluss auftritt. Wo er hilft, wo er schadet und wo die Grenze liegt.
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