Orientierung & Berufswahl

Ist es zu spät, wenn wir erst in der Abgangsklasse anfangen?

Antwort für Eltern

Zu spät ist es nicht, aber es wird eng – und der Nachteil ist nicht die Zeit, sondern die fehlende Vergleichsmöglichkeit. Wer erst in der Abgangsklasse beginnt, schafft in der Regel nur noch ein Praktikum und muss die Entscheidung ohne Gegenprobe treffen; genau daran scheitern Ausbildungen am häufigsten. Praktisch sind zwei Fristen zu beachten: Großbetriebe, Behörden und Banken besetzen den August im Herbst des Vorjahres, und die Anmeldefristen weiterführender Schulen liegen vielerorts vor dem Abschlusszeugnis. Bewerben Sie sich deshalb parallel – eine Anmeldung lässt sich zurückziehen, ein verpasster Termin nicht nachholen. Entlastend ist die Marktlage: Die Bundesagentur für Arbeit meldete zum Ende des Beratungsjahres 2024/25 rund 54.000 unbesetzte Ausbildungsstellen bei rund 40.000 unversorgten Bewerbern, und im Handwerk und Handel werden Plätze oft erst im Frühjahr besetzt. Bleibt am Ende nichts übrig, ist die Einstiegsqualifizierung nach § 54a SGB III der direkteste Weg: vier bis längstens zwölf Monate im Betrieb, mit Anrechnung auf eine anschließende Ausbildung.

Mehr Kontext

Der Termindruck kommt nicht vom Alter, sondern vom Bewerbungskalender der Betriebe. Was in welchem Alter sinnvoll ist – und was schadet.

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