Orientierung & Berufswahl
Ist es zu spät, wenn wir erst in der Abgangsklasse anfangen?
Von Leonard Döppeler · Zuletzt aktualisiert am
Antwort für Eltern
Zu spät ist es nicht, aber es wird eng – und der Nachteil ist nicht die Zeit, sondern die fehlende Vergleichsmöglichkeit. Wer erst in der Abgangsklasse beginnt, schafft meist nur noch ein Praktikum und muss ohne Gegenprobe entscheiden.
Praktisch sind zwei Fristen zu beachten: Großbetriebe, Behörden und Banken besetzen den August oft im Herbst des Vorjahres, und die Anmeldefristen weiterführender Schulen liegen vielerorts vor dem Abschlusszeugnis. Bewerben Sie sich deshalb parallel – eine Anmeldung lässt sich zurückziehen, ein verpasster Termin nicht nachholen.
Entlastend ist die Marktlage: Zum 30. September 2025 waren 54.400 Ausbildungsstellen unbesetzt, bei 39.900 unversorgten Bewerbern, und im Handwerk und Handel werden Plätze oft erst im Frühjahr besetzt.
Bleibt am Ende nichts übrig, ist die Einstiegsqualifizierung nach § 54a SGB III der direkteste Weg: vier bis zwölf Monate im Betrieb, die auf eine anschließende Ausbildung angerechnet werden können. Welche Wege es sonst gibt, zeigt Wege nach der Schule.
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