Eltern-Kind-Dynamik

Ist es falsch, meinem Kind von meinen beruflichen Erfahrungen zu erzählen?

Von Leonard Döppeler · Zuletzt aktualisiert am

Antwort für Eltern

Im Gegenteil – Erzählen ist das Wertvollste, was Sie beitragen können. Falsch wird es erst, wenn daraus ein Maßstab wird. Der Unterschied liegt in der Form: „Was mir an meinem Beruf gefällt, ist …“ ist ein Beispiel, „So etwas solltest du auch machen“ ist eine Erwartung.

Besonders nützlich sind die unangenehmen Teile Ihrer Arbeit, weil genau die in Berufsbeschreibungen fehlen – und falsche Vorstellungen vom Beruf gehören zu den Gründen, aus denen Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst werden.

Achten Sie auf einen zweiten Punkt: Ihre Erfahrung kann veraltet sein. Wer vor zwanzig Jahren eine Ausbildung begann, erinnert sich an einen Markt, auf dem Bewerber um Plätze konkurrierten; zum Ende des Beratungsjahres 2024/25 meldete die Bundesagentur für Arbeit dagegen rund 54.000 unbesetzte Ausbildungsstellen bei rund 40.000 unversorgten Bewerbern. Sagen Sie das dazu – es macht Ihre Erzählung glaubwürdiger, nicht schwächer. Wie Sie Einfluss bewusst einsetzen, steht in Wie viel Einfluss Eltern haben.

Mehr Kontext

„Ich will doch nur das Beste für dich" ist meist ehrlich gemeint – und meist der Punkt, an dem der eigene Wunsch in die Entscheidung rutscht.

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