Eltern-Kind-Dynamik
Wie gehe ich damit um, wenn mein Kind meinen eigenen unerfüllten Berufswunsch verfolgen möchte?
Von Leonard Döppeler · Zuletzt aktualisiert am
Antwort für Eltern
Es ansprechen – denn dieser Fall ist heikler als der Konflikt, weil beide Seiten ihn als Übereinstimmung erleben.
Prüfen Sie zuerst den eigenen Anteil: Wäre Ihre Enttäuschung größer als die Ihres Kindes, wenn es sich anders entscheidet? Falls ja, ist Ihr Wunsch im Spiel, und dann gehört er ausgesprochen: „Ich wollte das selbst mal, und ich will nicht, dass du es meinetwegen machst.“ Dieser Satz nimmt mehr Druck als jede Ermutigung.
Vereinbaren Sie danach denselben Prüfschritt, den Sie bei jedem anderen Wunsch verlangen würden – ein Praktikum, ein Gespräch mit jemandem aus dem Beruf. Der Maßstab muss derselbe sein, sonst ist die Prüfung wertlos.
Und behalten Sie im Blick, dass die Entscheidung ohnehin nicht bei Ihnen liegt: § 1626 Abs. 2 BGB verlangt, die wachsende Selbständigkeit des Kindes zu berücksichtigen, und mit 18 endet die elterliche Sorge vollständig. Wie Loslassen gelingt, steht in Loslassen bei der Berufswahl.
Mehr Kontext
„Ich will doch nur das Beste für dich" ist meist ehrlich gemeint – und meist der Punkt, an dem der eigene Wunsch in die Entscheidung rutscht.
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