Orientierung & Berufswahl
Was mache ich, wenn mein Kind sich weigert, über die Zukunft zu sprechen?
Von Leonard Döppeler · Zuletzt aktualisiert am
Antwort für Eltern
Aufhören zu fragen und anfangen, Anlässe zu schaffen – Weigerung ist fast immer Überforderung, und die verstärkt sich durch Nachfragen. Wer keine Antwort hat, erlebt jede Frage als Prüfung, die er nicht bestehen kann; Schweigen ist dann Schutz, nicht Trotz.
Drei Dinge wirken besser als ein Gespräch:
- Ein fester, angekündigter Termin – zwanzig Minuten in der Woche, in denen das Thema drankommt, und sonst nicht. Das nimmt die Dauerpräsenz aus dem Alltag.
- Eine dritte Person – mit Fremden sprechen viele Jugendliche offener über ihre Zukunft als mit den Eltern. Die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit ist dafür der naheliegende Ort.
- Verkleinern – nicht „Was willst du werden", sondern ein Tag im Betrieb eines Bekannten.
Was Sie unterlassen sollten, ist das Thema an Dritte zu delegieren, die Druck ausüben: Verwandte am Familientisch erreichen das Gegenteil. Und wenn zusätzlich Rückzug, Schlafprobleme und Antriebslosigkeit über Wochen bestehen, ist die Hausarztpraxis der richtige nächste Schritt.
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