Wege nach der Schule
Wie lange ist Orientierungslosigkeit nach dem Abi normal?
Von Leonard Döppeler · Zuletzt aktualisiert am
Antwort für Eltern
Bis zu einem Jahr ist unauffällig – entscheidend ist nicht die Dauer, sondern ob in dieser Zeit etwas ausprobiert wird. Ein Sommer ohne Plan ist der Normalfall; zwölf Schuljahre lang stand jeder nächste Schritt fest, und die erste offene Entscheidung braucht Anlauf.
Auch ein ganzes Jahr ist kein verlorenes Jahr, wenn es gefüllt ist: Praktika, ein Freiwilligendienst, ein Job, eine Reise mit Rückflugdatum. Zeitlich ist das unkritisch, denn die meisten Wege lassen sich jederzeit nachholen – nur duale Studienplätze werden rund zwölf Monate im Voraus vergeben, und Großbetriebe besetzen den August im Herbst davor. Finanziell trägt die Zeit das Kindergeld nach § 32 EStG, solange ein Platz gesucht oder ein Freiwilligendienst geleistet wird.
Ein anderes Bild ergibt sich, wenn nichts passiert: keine Bewerbung, kein Termin, kein Job, und das Thema wird seit Wochen gemieden. Kommen Rückzug von Freunden, ein gekippter Tagesrhythmus und Antriebslosigkeit über mehr als vier bis sechs Wochen hinzu, ist das kein Orientierungsproblem mehr, sondern ein Thema für die Hausarztpraxis. Diese Unterscheidung ist die wichtigste in der ganzen Phase. Mehr dazu in Kind antriebslos bei der Berufswahl.
Mehr Kontext
Orientierungslos nach dem Abi ist der Normalfall. Woran Sie Suchen von Steckenbleiben unterscheiden, welche Fristen drücken und was in vier Wochen hilft.
Orientierungslos nach dem Abi 2027: Was Eltern jetzt tun können