Orientierung & Berufswahl
Ist die Generation Z wirklich faul?
Von Leonard Döppeler · Zuletzt aktualisiert am
Antwort für Eltern
Die Zahlen geben das nicht her – verändert hat sich die Verhandlungsposition, nicht die Leistungsbereitschaft.
Zum 30. September 2025 waren 54.400 Ausbildungsstellen unbesetzt, bei 39.900 unversorgten Bewerbern. In einem solchen Markt fragt man nach Arbeitszeit und Übernahme, statt dankbar zu sein. Das wirkt von außen wie Anspruchshaltung und ist sachlich begründetes Verhalten.
Auch die Abbrüche taugen nicht als Beleg: 2024 wurden 29,7 Prozent der Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst, aber eine Vertragslösung ist kein Ausbildungsabbruch – etwa die Hälfte schließt danach erneut einen Ausbildungsvertrag ab, oft im selben Beruf bei einem anderen Betrieb.
Wo tatsächlich Motivation fehlt, lohnt der Blick auf Überforderung: Liegen gebliebene Berichtshefte, sich häufende Krankmeldungen und ein gedrehter Schlafrhythmus sehen wie Faulheit aus und sind oft etwas anderes. Mehr dazu in Kind antriebslos bei der Berufswahl.
Mehr Kontext
Generation Z und die Berufswahl: Diese Generation verhandelt, weil sie es kann – 54.000 unbesetzte Stellen bei 40.000 unversorgten Bewerbern.
Generation Z und Berufswahl 2027: Was hinter den Ansprüchen steckt
Passende Ratgeber
Weitere Fragen zu diesem Thema
- Wie gehe ich damit um, wenn mein Kind einen unsicheren Berufswunsch hat?
- Warum lehnen junge Menschen Überstunden ab?
- Sollte ich mein Kind ermutigen, den Beruf nach Gehalt zu wählen?
- Wie unterstütze ich mein Kind bei der Suche nach einem Beruf, der Sinn macht?
- Mein Kind möchte nach dem Abitur erst einmal reisen. Soll ich das unterstützen?
- Welche Rolle spielen soziale Medien bei der Berufswahl der Generation Z?