Eltern-Kind-Dynamik
Mein Kind macht seit Monaten nichts für die Berufsorientierung – ist das noch Loslassen?
Von Leonard Döppeler · Zuletzt aktualisiert am
Antwort für Eltern
Nein – das ist der Punkt, an dem Loslassen in Wegsehen umschlägt, und die Unterscheidung liegt nicht im Tempo, sondern in der Ursache. Prüfen Sie zuerst, ob es Unlust ist oder Überforderung. Überforderung zeigt sich daran, dass
- Termine vergessen werden,
- Antworten auf „weiß nicht“ schrumpfen,
- fertige Unterlagen liegen bleiben,
- harmlose Nachfragen gereizte Reaktionen auslösen.
Drei solcher Zeichen über mehrere Wochen bedeuten nicht Faulheit, und dagegen hilft Verkleinern statt Nachdruck.
Unabhängig davon bleiben Fristen Ihre Aufgabe, weil Ihr Kind sie nicht kennen kann: Großbetriebe, Behörden und Banken besetzen ihre Ausbildungsplätze für den August im Herbst des Vorjahres, und die Anmeldefristen weiterführender Schulen liegen vielerorts vor dem Abschlusszeugnis. Tragen Sie die Termine einmal ein, statt sie täglich zu erwähnen.
Bewegt sich gar nichts, ist die Berufsberatung der nächste Schritt – kostenlos und auf Wunsch Ihres Kindes auch mit Ihnen gemeinsam. Mehr dazu in Kind antriebslos bei der Berufswahl.
Mehr Kontext
Loslassen bei der Berufswahl ist keine Haltung, sondern eine Übergabe in Stufen. Welche wann übergeht – und wo Loslassen in Wegsehen umschlägt.
Loslassen bei der Berufswahl 2027: In Stufen statt auf einmal
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