Eltern-Kind-Dynamik

Wie gehe ich damit um, wenn mein Kind einen Beruf wählt, den ich für unter seinem Niveau halte?

Von Leonard Döppeler · Zuletzt aktualisiert am

Antwort für Eltern

Zuerst prüfen, wessen Maßstab das ist – und dann die Frage stellen, die tatsächlich etwas klärt: Kennt Ihr Kind den Beruf aus eigener Anschauung? „Unter Niveau“ ist fast immer eine Aussage über Ansehen, nicht über Anspruch; Anspruch ist eine Eigenschaft der Aufgabe, nicht des Abschlusses.

Sachlich berechtigt wären zwei Einwände. Fehlende Anschauung klärt ein Praktikum. Fehlende Anschlussmöglichkeiten treffen selten zu: Nach dem Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 6. März 2009 öffnet ein Meister-, Techniker- oder Fachwirtabschluss jedes Studium ohne Abitur, bei Fortbildungsabschlüssen nach §§ 53, 54 BBiG bei mindestens 400 Unterrichtsstunden Lehrgangsumfang.

Dazu kommt die Verkürzung: Mit Abitur dauert eine Ausbildung nach § 8 BBiG häufig nur zwei bis zweieinhalb Jahre. Sind beide Einwände ausgeräumt, bleibt Geschmack – und der gehört nicht in die Entscheidung Ihres Kindes. Mehr dazu in Kind will Ausbildung statt Studium.

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