Orientierung & Berufswahl
Kann mein Kind mit ADHS studieren, oder ist eine Ausbildung grundsätzlich besser?
Von Leonard Döppeler · Zuletzt aktualisiert am
Antwort für Eltern
Beides ist möglich; entscheidend ist nicht die Diagnose, sondern wie viel Selbstorganisation Ihr Kind trägt.
Ein Studium verlangt, sich Stoff und Zeit über Monate selbst einzuteilen, mit Rückmeldung oft erst nach der Klausur – eine Anforderung, die vielen schwerfällt. Die duale Ausbildung liefert beides täglich: Struktur durch den Betrieb und unmittelbare Rückmeldung. Eine pauschale Empfehlung wäre trotzdem falsch, denn wer fachlich brennt, hält auch ein Studium durch.
Nachteilsausgleiche gibt es auf beiden Wegen: in der Ausbildung nach § 65 BBiG über die Kammer, im Studium über die Prüfungsordnung der Hochschule und deren Beratung für Studierende mit Beeinträchtigung.
Der verlässlichste Test ist praktisch: zwei Wochen Praktikum gegen einen Schnuppertag an der Hochschule. Und falls die Ausbildung zu dicht wird, gibt es die Teilzeitberufsausbildung nach § 7a BBiG – die tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit sinkt um bis zu 50 Prozent, die Gesamtdauer verlängert sich dafür. Mehr dazu in Ausbildung oder Studium.
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Berufswahl mit ADHS: Nicht welcher Beruf passt, zählt, sondern welche Rahmenbedingungen zustehen – Nachteilsausgleich, Teilzeit, Stützunterricht.
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