Ausbildungsberufe & Branchen
Berufe mit Zukunft 2027: 10 Ausbildungsberufe mit guten Aussichten
Welche Berufe haben Zukunft? 10 Ausbildungsberufe aus Pflege, Handwerk, IT und Energie mit Vergütung, Nachfrage und einer Prüffrage für Ihr Kind.
Von Leonard Döppeler · Zuletzt aktualisiert am
Welche Berufe haben Zukunft? Unter den Ausbildungsberufen vor allem die in Pflege und Gesundheit, im Bau- und Elektrohandwerk, in der Energie- und Gebäudetechnik sowie in technischen Industrieberufen. Das zeigt die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit für das Datenjahr 2025: 157 Berufsgattungen gelten dort als Engpassberufe, darunter ausdrücklich Pflege, Gesundheitsberufe, Bau- und Handwerksberufe sowie Erzieherinnen und Erzieher. In der IT bleibt der Bedarf hoch, die Lücke ist aber deutlich kleiner geworden.
Für Ihr Kind zählt jedoch nicht allein, wo Fachkräfte fehlen. Ein Beruf ist erst dann eine gute Wahl, wenn die Tätigkeit passt, die Ausbildung gut angeleitet wird und der Weg danach offen bleibt. Dieser Ratgeber stellt zehn Ausbildungsberufe mit belegbar guter Nachfrage vor – mit Ausbildungsdauer, tariflicher Vergütung und einer Frage, mit der Sie jeden Beruf gemeinsam mit Ihrem Kind prüfen können.
Was macht einen Ausbildungsberuf zukunftssicher?
Vier Merkmale lassen sich prüfen, ohne die Zukunft vorhersagen zu müssen:
- Nachfrage am Arbeitsmarkt. Werden in dem Beruf mehr Fachkräfte gesucht, als ausgebildet werden? Die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit erfasst das jährlich; für 2025 zählt sie 157 Engpassberufe.
- Aufgaben, die schwer zu automatisieren sind. Arbeit am Menschen, handwerkliche Arbeit vor Ort und das Lösen unvorhergesehener Probleme lassen sich nicht einfach durch Software ersetzen.
- Anschlussmöglichkeiten. Kann Ihr Kind sich nach der Ausbildung weiterentwickeln – durch Spezialisierung, Aufstiegsfortbildung oder ein Studium?
- Grundbedürfnisse. Gesundheit, Wohnen, Energie, Ernährung und Sicherheit werden unabhängig von der Konjunktur gebraucht.
Ein Punkt wird dabei leicht übersehen: Zukunftssicherheit hängt weniger am Berufstitel als an der Bereitschaft, dazuzulernen. Ein heute gefragter Beruf verändert sich durch neue Technik – wer flexibel bleibt, ist in jedem dieser Berufe gut aufgestellt. Das ist auch die wichtigste Botschaft für das Gespräch mit Ihrem Kind.
Welche 10 zukunftssicheren Ausbildungsberufe haben 2027 gute Aussichten?
Die folgende Übersicht ist keine Rangliste. Sie zeigt zehn Berufe, für die es belegbare Nachfrage gibt, mit Ausbildungsdauer und der durchschnittlichen tariflichen Ausbildungsvergütung laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Bundesgebiet, Stand 1. Oktober 2024. Die Pflegeausbildung ist gesondert geregelt; dort steht ein datiertes Tarifbeispiel.
| Beruf | Bereich | Dauer | 1. Ausbildungsjahr | 3. Ausbildungsjahr |
|---|---|---|---|---|
| Pflegefachfrau/-mann | Pflege (PflBG) | 36 Monate | 1.490,69 €* | 1.653,38 €* |
| Elektroniker/in, Handwerk | Handwerk | 42 Monate | 939 € | 1.089 € |
| Anlagenmechaniker/in SHK | Handwerk | 42 Monate | 880 € | 1.016 € |
| Zimmerer/in | Handwerk | 36 Monate | 1.068 € | 1.528 € |
| Mechatroniker/in | Industrie | 42 Monate | 1.110 € | 1.271 € |
| Fachinformatiker/in | Industrie/Handel | 36 Monate | 1.102 € | 1.253 € |
| Kaufmann/-frau für Digitalisierungsmanagement | Industrie/Handel | 36 Monate | 1.122 € | 1.281 € |
| Industriekaufmann/-frau | Industrie/Handel | 36 Monate | 1.099 € | 1.266 € |
| Medizinische/r Fachangestellte/r | Freie Berufe | 36 Monate | 977 € | 1.135 € |
| Kaufmann/-frau im E-Commerce | Industrie/Handel | 36 Monate | 1.084 € | 1.270 € |
* Tarifbeispiel TVAöD, Besonderer Teil Pflege, gültig ab 1. Mai 2026 – kein Bundesdurchschnitt. Alle übrigen Werte: BIBB, tarifliche Ausbildungsvergütungen 2024, Bundesdurchschnitt brutto pro Monat. 2025 stiegen die tariflichen Vergütungen laut BIBB im Schnitt um 6,7 Prozent auf 1.209 Euro monatlich; die Tabelle nach Berufen für 2025 lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung beträgt 2026 im ersten Jahr 724 Euro. Was der Betrieb Ihres Kindes tatsächlich zahlt, steht im Ausbildungsvertrag.
Pflegefachfrau und Pflegefachmann
Die generalistische Pflegeausbildung dauert drei Jahre und qualifiziert für Krankenhaus, Altenpflege und ambulante Dienste zugleich. Pflege steht in der Engpassanalyse 2025 an vorderster Stelle, und der Bedarf wächst mit der alternden Gesellschaft. Neu ab 1. Januar 2027 ist die bundeseinheitliche Pflegefachassistenz mit 18 Monaten Dauer – ein eigener Abschluss, der später auf die Fachkraftausbildung angerechnet werden kann.
Frage für Ihr Kind: „Wie geht es dir, wenn du mit kranken oder alten Menschen zu tun hast – und wie nach einem ganzen Tag davon?" Was der Beruf verlangt und wie Eltern die Entscheidung begleiten, erklärt der Ratgeber Pflege-Ausbildung: Lohnt sie sich für mein Kind?.
Elektroniker/in für Energie- und Gebäudetechnik
Photovoltaik, Batteriespeicher, Wallboxen, intelligente Gebäudesteuerung: Kaum ein Handwerk hat sich in zehn Jahren so verändert. Deutschland will laut Klimaschutzgesetz bis 2045 klimaneutral sein – dafür braucht es über Jahre hinweg Elektrofachkräfte. Der Beruf verbindet klassische Installation mit Mess- und Prüftechnik; Sorgfalt und das Einhalten von Sicherheitsregeln sind Grundvoraussetzung.
Frage für Ihr Kind: „Willst du wissen, warum etwas nicht funktioniert – und suchst du dann so lange, bis du es gefunden hast?"
Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
Wärmepumpen, Heizungstausch, Solarthermie: Der Umbau der Wärmeversorgung läuft über dieses Gewerk. Die Wartezeiten für Heizungsinstallationen zeigen, wie knapp die Fachkräfte sind. Der Beruf ist körperlich, findet wechselnde Einsatzorte und hat viel Kundenkontakt – das sollte Ihr Kind in einem Praktikum erlebt haben, bevor es sich bewirbt.
Frage für Ihr Kind: „Magst du es, jeden Tag woanders zu sein und am Abend zu sehen, was du gebaut hast?"
Zimmerer/in
Holzbau ist einer der großen Trends im Bauen: energetische Sanierung, Aufstockungen, Holzrahmenbau. Zimmerer gehören zu den Bauberufen, die die Bundesagentur 2025 als Engpass führt, und die Vergütung im dritten Jahr gehört laut BIBB zu den höchsten im Handwerk. Arbeit im Freien, in der Höhe und im Team prägt den Alltag.
Frage für Ihr Kind: „Stört dich Wetter – oder gehört es für dich dazu?"
Mechatroniker/in
Mechanik, Elektronik und Software in einem Beruf: Mechatroniker halten automatisierte Fertigungsanlagen am Laufen, programmieren Steuerungen und suchen Fehler in komplexen Systemen. Je mehr die Industrie automatisiert, desto mehr Menschen braucht sie, die diese Anlagen verstehen. Der Beruf passt zu Jugendlichen, die gern tüfteln und logisch denken.
Frage für Ihr Kind: „Baust du lieber etwas zusammen oder findest du lieber heraus, warum es hakt – oder beides?"
Fachinformatiker/in
Vier Fachrichtungen stehen zur Wahl: Anwendungsentwicklung (Programmieren), Systemintegration (Netzwerke, Server, IT-Sicherheit), Daten- und Prozessanalyse sowie Digitale Vernetzung. Zur Einordnung eine ehrliche Zahl: Laut Bitkom fehlten im September 2026 rund 79.000 IT-Fachkräfte – 2023 waren es noch 149.000. Die Lücke hat sich also fast halbiert, und die Bundesagentur führt IT-Vertrieb und Softwareentwicklung 2025 nicht mehr als Engpass. Trotzdem melden 78 Prozent der Unternehmen weiterhin Mangel. Gute Aussichten hat, wer wirklich gern programmiert oder Systeme baut – nicht, wer nur „irgendwas mit IT" sucht.
Frage für Ihr Kind: „Hast du schon einmal freiwillig etwas programmiert oder ein Netzwerk eingerichtet – und wolltest du danach mehr?" Welche IT-Ausbildungen es gibt, zeigt der Ratgeber IT-Berufe ohne Studium.
Kaufmann/-frau für Digitalisierungsmanagement
Der 2020 neu geschaffene Beruf verbindet kaufmännisches Denken mit IT: Digitalisierungsprojekte planen, Anforderungen aufnehmen, Kosten und Nutzen bewerten. Er ist die Brücke zwischen Fachabteilung und Technik – eine Rolle, die in fast jedem Unternehmen gebraucht wird, das seine Abläufe digitalisiert.
Frage für Ihr Kind: „Erklärst du lieber anderen, wie Technik ihnen hilft, als sie selbst zu bauen?"
Industriekaufmann/-frau
Einkauf, Vertrieb, Personal, Controlling: Industriekaufleute lernen alle kaufmännischen Bereiche eines Unternehmens kennen. Die Ausbildungsordnung wurde 2024 modernisiert und um digitale Geschäftsprozesse ergänzt. Der Beruf ist der breiteste Einstieg ins kaufmännische Arbeiten und offen für Weiterbildung zum Fachwirt oder ein Studium.
Frage für Ihr Kind: „Interessiert dich, wie aus einer Bestellung ein fertiges Produkt und eine Rechnung wird?" Weitere kaufmännische Wege stellt der Ratgeber Kaufmännische Ausbildung: 7 Berufe für Ihr Kind vor.
Medizinische/r Fachangestellte/r
MFA arbeiten in Praxen, Kliniken und Versorgungszentren – am Empfang, im Labor, bei Untersuchungen und in der Abrechnung. Gesundheitsberufe gehören laut Engpassanalyse 2025 zu den Bereichen mit Fachkräftemangel. Mit Fortbildungen zur Praxismanagerin oder Fachwirtin im Gesundheitswesen bleibt der Weg nach oben offen.
Frage für Ihr Kind: „Kannst du freundlich bleiben, wenn im Wartezimmer alle gleichzeitig etwas von dir wollen?"
Kaufmann/-frau im E-Commerce
Onlineshops betreiben, Produkte präsentieren, Bestellungen und Rücksendungen organisieren, Kennzahlen auswerten: Der Beruf wächst mit dem Onlinehandel. Zum Alltag gehört sorgfältige Datenpflege ebenso wie Kundenkommunikation – wer gern online einkauft, kennt damit noch nicht die Arbeit dahinter.
Frage für Ihr Kind: „Was müsste eine Produktseite zeigen, damit du sicher bestellst – und was fehlt dir meistens?"
Welche Branchen wachsen – und was heißt das für die Berufswahl?
Die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit für 2025, veröffentlicht im Mai 2026, nennt als Bereiche mit Fachkräftemangel vor allem Pflege und Gesundheit, Bau- und Handwerksberufe, Erzieherinnen und Erzieher, Berufskraftfahrer, Köche sowie Sozialarbeit. Zwei Entwicklungen sind für Eltern wichtig:
Die Energiewende schafft Nachfrage im Handwerk. Wärmepumpen, Photovoltaik, Ladeinfrastruktur und Gebäudesanierung laufen über Elektro- und SHK-Betriebe. Das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 gibt diesem Bedarf einen langen Horizont.
Die IT-Lücke schließt sich – langsam. Von 149.000 fehlenden IT-Fachkräften 2023 auf 79.000 im September 2026 (Bitkom). Gleichzeitig erwarten 76 Prozent der Unternehmen, dass sich der Mangel wieder verschärft. IT bleibt ein guter Weg, aber kein Selbstläufer mehr: Betriebe können inzwischen wählen, und sie wählen Auszubildende, die Interesse mitbringen.
Für die Berufswahl bedeutet das: Ein Engpassberuf verbessert die Chancen auf einen Ausbildungsplatz und später auf eine Stelle. Er garantiert weder eine bestimmte Stelle noch ein bestimmtes Gehalt. Beides hängt vom Betrieb, von der Region und davon ab, wie gut Ihr Kind die Ausbildung abschließt.
Welche Berufe verändert KI – und welche nicht?
KI verändert Aufgaben, ersetzt aber in den allermeisten Ausbildungsberufen nicht den Beruf. Am wenigsten betroffen sind Tätigkeiten, die Nähe zum Menschen brauchen (Pflege, Erziehung, MFA), handwerkliches Arbeiten vor Ort (Elektro, SHK, Zimmerer) oder das Lösen unerwarteter Probleme an realen Anlagen (Mechatronik, Gebäudetechnik). Stärker verändern sich Routineaufgaben im Büro: Dateneingabe, standardisierte Sachbearbeitung, einfache Auswertungen.
Das heißt nicht, dass kaufmännische Berufe verschwinden – es heißt, dass sich ihr Inhalt verschiebt. Wer Ergebnisse prüfen, Zusammenhänge verstehen und Entscheidungen begründen kann, bleibt gefragt. Genau das lernt man in einer guten Ausbildung. Fragen Sie beim Betrieb: „Wie lernen Auszubildende bei Ihnen, digitale Werkzeuge einzusetzen und ihre Ergebnisse zu kontrollieren?"
Wie finden wir den passenden Zukunftsberuf für mein Kind?
Die entscheidende Frage lautet nicht „Welcher Beruf ist am sichersten?", sondern „Welcher gefragte Beruf passt zu meinem Kind?" Der sicherste Beruf nützt nichts, wenn Ihr Kind ihn nach zwei Jahren abbricht.
Ein Weg in drei Schritten:
- Stärken sammeln. Was macht Ihr Kind freiwillig, wobei bleibt es dran, was können andere von ihm lernen? Der Ratgeber Stärken des Kindes herausfinden hilft bei der Bestandsaufnahme; der Orientierungstest von jobfari liefert erste Hinweise auf Berufsfelder.
- Zwei Berufe aus der Liste erkunden. Nehmen Sie die „Frage für Ihr Kind" aus dem jeweiligen Abschnitt als Gesprächseinstieg. Passt die Antwort, lohnt sich ein Praktikum – wie Sie eines finden, zeigt der Ratgeber Schülerpraktikum finden.
- Betrieb prüfen, nicht nur Beruf. Wer leitet an? Wie werden Auszubildende begleitet? Die Unternehmensprofile auf jobfari zeigen Ausbildungsbetriebe aus Elternsicht.
Der Ratgeber Welcher Beruf passt zu meinem Kind? führt durch diesen Prozess Schritt für Schritt.
Wie planen wir den Ausbildungsstart 2027?
Für einen Ausbildungsbeginn im Sommer 2027 beginnen viele Bewerbungsverfahren bereits im Herbst 2026 – große Betriebe und Behörden oft ein Jahr im Voraus, Handwerksbetriebe häufig später. Es gibt keinen einheitlichen Termin. Notieren Sie pro Betrieb die Bewerbungsfrist, den Ausbildungsbeginn und die verlangten Unterlagen.
Was Ihr Kind in der Ausbildung verdient und wie das Familienbudget aussieht, erklärt der Ratgeber Ausbildungsvergütung. Wie Sie bei der Bewerbung helfen, ohne sie zu übernehmen, zeigt Bewerbung Ausbildung: So helfen Eltern. Und wenn Sie die gesamte Berufsorientierung als Familie Schritt für Schritt planen möchten, führt Sie der Zukunftsplan von jobfari von der ersten Idee bis zu den Bewerbungen.
Häufig gestellte Fragen: Berufe mit Zukunft 2027: 10 Ausbildungsberufe mit guten Aussichten
Welche Ausbildungsberufe haben die besten Zukunftsaussichten?
Laut Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit für 2025 fehlen Fachkräfte vor allem in Pflege und Gesundheit, im Bau- und Handwerksbereich, bei Erzieherinnen und Erziehern sowie in technischen Berufen.
Konkret gehören dazu Pflegefachkräfte, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Anlagenmechaniker SHK, Zimmerer, Mechatroniker und Medizinische Fachangestellte. In der IT bleibt der Bedarf hoch, die Lücke ist laut Bitkom aber von 149.000 (2023) auf 79.000 fehlende Fachkräfte (2026) geschrumpft.
Eine gute Zukunftsaussicht bedeutet bessere Chancen auf einen Ausbildungsplatz und eine spätere Stelle – keine Garantie. Entscheidend bleibt, ob die Tätigkeit zu Ihrem Kind passt; dabei hilft Welcher Beruf passt zu meinem Kind?
Welche Branchen wachsen am schnellsten?
Wachsende Nachfrage nach Auszubildenden gibt es vor allem in Pflege und Gesundheit, in der Energie- und Gebäudetechnik und im Bauhandwerk.
Dahinter stehen drei Entwicklungen: die alternde Gesellschaft, der Umbau der Energieversorgung bis zur Klimaneutralität 2045 und der Sanierungsbedarf bei Gebäuden. Auch Erziehung und Sozialarbeit zählen 2025 zu den Engpassbereichen der Bundesagentur für Arbeit.
Die IT wächst weiter, aber nicht mehr so ungebremst wie vor wenigen Jahren: Die Zahl der unbesetzten IT-Stellen hat sich laut Bitkom seit 2023 fast halbiert.
Für die Berufswahl heißt das: In wachsenden Branchen sind die Chancen gut, aber ein Beruf sollte zur Person passen – nicht nur zur Statistik. Welche Gewerke hinter Energie und Bau stehen, zeigt Handwerksberufe mit Zukunft.
Werden Handwerksberufe in Zukunft noch gebraucht?
Ja. Bau- und Handwerksberufe gehören in der Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit für 2025 ausdrücklich zu den Bereichen mit Fachkräftemangel. Elektro-, SHK- und Bauberufe tragen die Energiewende und die Gebäudesanierung; viele Betriebe finden keine Auszubildenden, und erfahrene Fachkräfte gehen in den Ruhestand. Handwerkliche Arbeit vor Ort lässt sich zudem schwer automatisieren.
Was Ihr Kind dort verdient, hängt vom Gewerk, der Region und dem Betrieb ab. Nach der Ausbildung sind mehrere Wege möglich:
- Meisterbrief oder eine andere Aufstiegsfortbildung,
- Spezialisierung auf ein Fachgebiet,
- ein eigener Betrieb.
Keiner davon ist garantiert, alle sind offen. Welche Gewerke welche Aufgaben haben und wie Sie einen guten Ausbildungsbetrieb erkennen, zeigt Handwerksberufe mit Zukunft.
Sind IT-Berufe auch ohne Studium erreichbar?
Ja. Die dreijährige Ausbildung zum Fachinformatiker oder zur Fachinformatikerin führt ohne Studium in die IT – etwa in die Anwendungsentwicklung oder in die Systemintegration. Weitere Wege sind IT-System-Elektroniker und Kaufleute für Digitalisierungsmanagement. Laut BIBB lag die tarifliche Vergütung für Fachinformatiker 2024 im Bundesdurchschnitt bei 1.102 Euro im ersten und 1.253 Euro im dritten Ausbildungsjahr.
Viele Unternehmen bewerten praktische Fähigkeiten und Weiterbildungen inzwischen ähnlich hoch wie Abschlüsse. Wichtig ist echtes Interesse, denn Betriebe können wieder stärker auswählen: Die Fachkräftelücke ist laut Bitkom auf 79.000 (2026) geschrumpft. Wer schon einmal aus eigenem Antrieb programmiert hat, hat im Bewerbungsgespräch etwas zu erzählen.
Die Ausbildungen im Einzelnen stellt IT-Berufe ohne Studium vor.