Ausbildungsberufe & Branchen

Kaufmännische Ausbildung 2027: Berufe, Gehalt und Aussichten – der Überblick für Eltern

Kaufmännische Ausbildungen sind die größte Berufsgruppe Deutschlands – und die mit den stabilsten Verläufen. Zehn Berufe im Vergleich, mit Vergütung.

Von Leonard Döppeler · Zuletzt aktualisiert am

Kaufmännische Ausbildungen sind die größte Berufsgruppe Deutschlands: Kaufleute für Büromanagement stehen mit 21.732 neuen Verträgen auf Platz 2 der BIBB-Rangliste 2025, Verkäufer mit 21.585 auf Platz 3, Kaufleute im Einzelhandel mit 14.658 auf Platz 7. Sie sind außerdem die stabilsten: Bei Industriekaufleuten wurde 2024 nur jeder zwanzigste Ausbildungsvertrag vorzeitig gelöst (4,5 Prozent) – die niedrigste Quote aller Ausbildungsberufe, gegenüber 29,7 Prozent im Durchschnitt (BIBB-Datenreport 2026). Die Vergütung liegt mit rund 1.100 Euro im ersten Jahr im oberen Mittelfeld, und der Weg ins Studium steht auch ohne Abitur offen. Dieser Ratgeber zeigt, welche kaufmännischen Berufe es gibt, was sie unterscheidet, was sie zahlen – und wie stark die Digitalisierung sie wirklich verändert.

Was ist eine kaufmännische Ausbildung?

Kaufmännisch heißt: Ihr Kind arbeitet mit Zahlen, Verträgen, Kunden und Prozessen statt mit Werkstoffen oder Patienten. Der gemeinsame Kern aller kaufmännischen Berufe sind vier Aufgabenfelder – Beschaffung, Vertrieb, Rechnungswesen und Verwaltung –, die je nach Beruf unterschiedlich stark ausfallen.

Was viele Eltern unterschätzen: Kaufmännisch ist nicht gleich Büro. Der Kaufmann im Einzelhandel steht auf der Fläche, der Speditionskaufmann koordiniert Lkw und Termine, der Hotelfachmann wechselt zwischen Rezeption und Restaurant, die Kauffrau für E-Commerce arbeitet an Shop, Sortiment und Kampagnen. Ein Kind, das nicht acht Stunden sitzen will, findet auch kaufmännisch einen Beruf mit Bewegung.

Fast alle kaufmännischen Ausbildungen dauern drei Jahre; die Ausnahme ist der zweijährige Verkäufer.

Welche kaufmännischen Ausbildungsberufe gibt es?

BerufDauerVergütung 2024 (BIBB, 1./2./3. Jahr)Passt zu Kindern, die …
Kaufmann/-frau für Büromanagement3 Jahre– (breite Spanne je Branche)ordnen, organisieren, zuverlässig sind
Industriekaufmann/-frau3 Jahre1.099 / 1.171 / 1.266 €rechnen, planen, Zusammenhänge mögen
Kaufmann/-frau im Einzelhandel3 Jahre– (Tarif je Bundesland)gern mit Menschen arbeiten, Tempo mögen
Verkäufer/-in2 Jahre–einen schnellen Einstieg brauchen
Kaufmann/-frau für E-Commerce3 Jahre1.084 / 1.167 / 1.270 €online denken, gestalten, analysieren
Kaufmann/-frau für Digitalisierungsmanagement3 Jahre1.122 / 1.203 / 1.281 €Technik und Kaufmännisches verbinden
Bankkaufmann/-frau3 Jahre–beraten, genau arbeiten
Steuerfachangestellte/-r3 Jahre–mit Zahlen und Regeln arbeiten
Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung3 Jahre–koordinieren, unter Zeitdruck arbeiten
Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzanlagen3 Jahre–erklären, beraten, verkaufen

Zwei Berufe sind vergleichsweise neu und deshalb wenig bekannt: Kaufmann für E-Commerce (seit 2018) und Kaufmann für Digitalisierungsmanagement (seit dem 1. August 2020, hervorgegangen aus dem Informatikkaufmann). Beide verbinden Kaufmännisches mit Technik und zahlen im ersten Jahr über dem Schnitt. Die Industriekaufleute haben zum 1. August 2024 eine neue Ausbildungsordnung bekommen, die Datenauswertung und digitale Geschäftsprozesse stärker gewichtet.

Wo dort die Grenze zur IT verläuft, zeigt IT-Berufe mit Ausbildung; Berufe mit guter Bezahlung ohne Studium vergleicht Gut bezahlte Ausbildungsberufe.

Welche Voraussetzungen braucht mein Kind?

Keinen vorgeschriebenen Schulabschluss – das Berufsbildungsgesetz kennt keinen. In der Praxis stellen Banken, Versicherungen und Industriebetriebe überwiegend Bewerber mit mittlerem Abschluss oder Abitur ein; im Einzelhandel, in der Logistik und im Handwerksbüro reicht der Hauptschulabschluss häufig.

Worauf Betriebe wirklich achten: Deutsch und Mathematik (Prozent, Dreisatz, sauberer Schriftverkehr), Zuverlässigkeit und – bei Berufen mit Kundenkontakt – die Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen. Eine schwächere Note lässt sich durch ein Praktikum ausgleichen; wie Sie einen Platz finden, steht in Schülerpraktikum finden.

Was verdient man in einer kaufmännischen Ausbildung?

Die BIBB-Werte von 2024 liegen für die erfassten kaufmännischen Berufe zwischen etwa 1.080 und 1.130 Euro im ersten Ausbildungsjahr und steigen bis zum dritten auf rund 1.270 Euro. Zum Vergleich: Der Durchschnitt über alle Ausbildungsberufe lag 2025 bei 1.209 Euro. Kaufmännische Ausbildungen liegen damit im oberen Mittelfeld – über Handwerksberufen wie Tischler oder Friseur, unter Bau- und Pflegeberufen.

Entscheidend ist die Branche, nicht der Berufstitel: Eine Kauffrau für Büromanagement verdient in der Industrie deutlich mehr als in einer kleinen Arztpraxis, obwohl der Abschluss derselbe ist. Seit 2026 gilt als Untergrenze die gesetzliche Mindestvergütung von 724 Euro im ersten Jahr; nicht tarifgebundene Betriebe dürfen den Branchentarif um höchstens 20 Prozent unterschreiten. Die Einordnung aller Berufe steht in Ausbildungsvergütung: Übersicht.

Sind kaufmännische Berufe trotz KI noch zukunftssicher?

Das ist die Frage, die Eltern zu Recht stellen – und die ehrliche Antwort ist zweigeteilt.

Was sich verändert: Routinetätigkeiten. Rechnungen erfassen, Standardbriefe schreiben, Daten übertragen, einfache Anfragen beantworten – das übernehmen Systeme zunehmend. Wer eine kaufmännische Ausbildung als „Zahlen abtippen" versteht, wählt schlecht.

Was bleibt: Alles, was Entscheidung, Aushandlung und Verantwortung verlangt. Ein Kunde, der sich beschwert. Ein Lieferant, der nicht liefert. Ein Vertrag, der eine Lücke hat. Ein Prozess, der neu gedacht werden muss. Deshalb haben die Ausbildungsordnungen nachgezogen: Die Industriekaufleute-Reform von 2024 und die Berufe für E-Commerce und Digitalisierungsmanagement setzen genau dort an.

Ein Indikator für Stabilität ist die Vertragslösungsquote – sie zeigt, wo Ausbildung und Erwartung zusammenpassen. Laut BIBB-Datenreport 2026 lagen 2024 vorn: Industriekaufleute mit 4,5 Prozent und Bankkaufleute mit 11,0 Prozent, bei einem Durchschnitt von 29,7 Prozent über alle Berufe. Kaufmännische Ausbildungen gehören damit zu den Berufen, die Jugendliche am seltensten abbrechen.

Welche Felder darüber hinaus Rückenwind haben, zeigt Ausbildungsberufe mit Zukunft.

Welche Aufstiegschancen hat mein Kind danach?

  • Fachwirt (Handelsfachwirt, Industriefachwirt, Fachwirt für Büro- und Projektorganisation) – die kaufmännische Entsprechung zum Meister, im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Niveau 6, also auf Bachelor-Niveau. Gefördert über das Aufstiegs-BAföG.
  • Betriebswirt (DQR 7, Master-Niveau).
  • Spezialisierung – Personal, Controlling, Einkauf, Marketing, Außenhandel.
  • Studium ohne Abitur: Mit abgeschlossener Ausbildung und drei Jahren Berufserfahrung ist ein fachlich passendes Studium in allen Bundesländern möglich, mit Fachwirt sogar jedes. Details in Studium ohne Abitur nach der Ausbildung.

Die Alternative, gleich zu studieren, wiegt Ausbildung oder Studium ab; das duale Studium als Mittelweg beschreibt Duales Studium: Vorteile und Nachteile. Betriebe aus Ihrer Region, die kaufmännisch ausbilden, finden Sie unter Unternehmen entdecken.

Häufig gestellte Fragen: Kaufmännische Ausbildung 2027: Berufe, Gehalt und Aussichten – der Überblick für Eltern

Welcher kaufmännische Beruf hat die beste Zukunft?

Eine Rangliste gibt es nicht – aber ein Muster: Berufe, die Kaufmännisches mit Daten und digitalen Prozessen verbinden, sind am stabilsten. Dazu zählen Kaufleute für E-Commerce, für Digitalisierungsmanagement und die zum 1. August 2024 modernisierten Industriekaufleute.

Einen Hinweis auf stabile Ausbildungsverläufe gibt die Vertragslösungsquote: Bankkaufleute lagen 2024 bei 11,0 Prozent, gegenüber 29,7 Prozent im Durchschnitt aller Berufe (Berufsbildungsbericht 2026).

Wichtiger als der Berufstitel ist aber die Branche: Derselbe Abschluss führt in Industrie, Handel und Verwaltung zu sehr unterschiedlichen Perspektiven.

Mehr zur Frage: Welcher kaufmännische Beruf hat die beste Zukunft?

Wie viel verdient man in einer kaufmännischen Ausbildung?

Laut BIBB 2024 zwischen rund 1.080 und 1.130 Euro im ersten Ausbildungsjahr, steigend auf etwa 1.270 Euro im dritten – Industriekaufleute etwa kamen auf 1.099 / 1.171 / 1.266 Euro.

Das liegt über dem Schnitt: Über alle Berufe betrug die tarifliche Vergütung im ersten Ausbildungsjahr 2024 durchschnittlich 1.042 Euro. Entscheidend ist aber die Branche – Industrie und Banken zahlen deutlich mehr als kleine Dienstleister.

Die Untergrenze ist die gesetzliche Mindestvergütung von 724 Euro für Verträge mit Beginn 2026, und nicht tarifgebundene Betriebe dürfen den Branchentarif in der Regel um höchstens 20 Prozent unterschreiten. Mehr dazu in Ausbildungsvergütung.

Mehr zur Frage: Wie viel verdient man in einer kaufmännischen Ausbildung?

Welchen Schulabschluss braucht man für eine kaufmännische Ausbildung?

Gesetzlich keinen – das Berufsbildungsgesetz schreibt für keine Ausbildung einen Schulabschluss vor. Weder § 1 noch § 4 BBiG knüpfen den Zugang an ein Zeugnis.

In der Praxis unterscheiden sich die Branchen stark: Banken, Versicherungen und Industriebetriebe stellen überwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Abschluss oder Abitur ein; im Einzelhandel, in der Logistik und in kleineren Betrieben reicht häufig der Hauptschulabschluss.

Wichtiger als der Abschluss sind Deutsch und Mathematik auf solidem Niveau und – bei Kundenkontakt – Offenheit. Ein Praktikum gleicht eine schwächere Note oft aus, weil der Betrieb Ihr Kind dann kennt; wie man eins findet, steht in Schülerpraktikum finden.

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Kann man nach einer kaufmännischen Ausbildung noch studieren?

Ja, auch ohne Abitur. Mit abgeschlossener Ausbildung und drei Jahren Berufserfahrung ist in allen Bundesländern ein fachlich passendes Studium möglich – je nach Land nach Eignungsprüfung oder Probestudium –, mit einem Fortbildungsabschluss wie dem Fachwirt oder Betriebswirt sogar jedes Fach.

Der Fachwirt steht im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Niveau 6, derselben Stufe wie ein Bachelor, und wird über das Aufstiegs-BAföG gefördert.

Alternativ kann Ihr Kind das Fachabitur nachholen – ein Jahr Vollzeit an der Fachoberschule, weil die Ausbildung den praktischen Teil ersetzt – oder direkt ein duales Studium anschließen. Die kaufmännische Ausbildung verbaut also nichts; eher ist sie ein Startvorteil, weil Praxiserfahrung mitkommt. Die Einzelheiten stehen in Studium ohne Abitur nach der Ausbildung.

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Was ist der Unterschied zwischen Verkäufer und Einzelhandelskaufmann?

Die Dauer und der Abschluss: Verkäufer ist eine zweijährige Ausbildung, Kaufmann im Einzelhandel eine dreijährige – die ersten beiden Jahre sind inhaltlich weitgehend identisch.

Beide Berufe stehen in derselben Ausbildungsordnung des Bundes, der Verordnung über die Berufsausbildung im Einzelhandel. Deshalb ist der Übergang vorgesehen und nicht Verhandlungssache: Wer die Verkäuferausbildung abschließt, kann in der Regel direkt ins dritte Jahr zum Kaufmann im Einzelhandel wechseln, die zwei Jahre werden angerechnet.

Im dritten Jahr kommen kaufmännische Steuerungsthemen dazu: Warenwirtschaft, Kalkulation, Personal und Marketing.

Für Ihr Kind heißt das: Der Verkäufer ist der schnellere Einstieg mit offener Tür nach oben, der Kaufmann im Einzelhandel der Abschluss mit mehr Perspektive für Führungsaufgaben. Beide gehören zu den am stärksten besetzten Ausbildungsberufen in Deutschland.

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Ist eine kaufmännische Ausbildung nur für Mädchen?

Nein – der Eindruck entsteht durch einzelne Berufe, nicht durch die Berufsgruppe. Nach der BIBB-Rangliste 2025 liegt der Frauenanteil bei Kaufleuten für Büromanagement bei 71,3 Prozent, im Einzelhandel dagegen bei 47,0 Prozent, also nahezu ausgeglichen. In Industrie, Logistik, Banken und im Groß- und Außenhandel sind junge Männer regulär vertreten.

Für Ihr Kind zählt nicht die Statistik, sondern die Tätigkeit: Wer verhandeln, organisieren und mit Zahlen arbeiten will, ist in einem kaufmännischen Beruf richtig – egal, wie die Verteilung im jeweiligen Beruf gerade aussieht.

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Lohnt sich eine kaufmännische Ausbildung für mein Kind überhaupt, oder gibt es bessere Alternativen?

Sie lohnt sich, wenn Ihr Kind mit Zahlen, Sprache und Menschen arbeiten will – und viele kaufmännische Berufe verlaufen stabil. Bankkaufleute etwa lösten 2024 nur 11,0 Prozent ihrer Verträge vorzeitig, gegenüber 29,7 Prozent im Durchschnitt aller Berufe.

„Besser“ gibt es nicht allgemein, sondern nur passend: Ein Kind, das nicht drinnen arbeiten will, ist im Handwerk oder in der Pflege besser aufgehoben – vergleichen Sie dazu Handwerksberufe mit Zukunft.

Und das Studium ist keine verpasste Alternative: Nach der Ausbildung bleibt es offen.

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Wie sieht das Gehalt nach einer kaufmännischen Ausbildung aus und wie entwickelt es sich?

Einen belastbaren bundesweiten Durchschnitt für Berufseinsteiger gibt es nicht – die Spanne zwischen Branchen und Regionen ist zu groß. Eine Größenordnung liefert der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit mit Medianwerten je Beruf, Region und Alter.

Sicher sagen lässt sich: Industrie, Banken, Versicherungen und der öffentliche Dienst zahlen nach Tarif und liegen deutlich über kleinen, nicht tarifgebundenen Dienstleistern.

Die Entwicklung hängt weniger am Berufstitel als an zwei Schritten: der Spezialisierung – etwa Controlling, Personal, Einkauf oder Außenhandel – und der Aufstiegsfortbildung zum Fachwirt oder Betriebswirt. Fragen Sie im Vorstellungsgespräch nach Tarifbindung und Übernahmepraxis; das sagt mehr über die nächsten fünf Jahre als jede Gehaltstabelle. Weitere Wege zu gutem Verdienst: Berufe ohne Studium mit gutem Gehalt.

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Welche konkreten kaufmännischen Berufe sind aktuell besonders zukunftsträchtig?

Kaufleute für E-Commerce, für Digitalisierungsmanagement und die 2024 modernisierten Industriekaufleute – also die Berufe, die kaufmännisches Denken mit Daten und digitalen Prozessen verbinden.

  • Kaufleute für E-Commerce (seit 2018) arbeiten an Shop, Sortiment und Kampagnen.
  • Kaufleute für Digitalisierungsmanagement (seit dem 1. August 2020) arbeiten an der Schnittstelle zur IT.
  • Industriekaufleute lernen seit der Modernisierung zum 1. August 2024 deutlich mehr Datenauswertung und digitale Geschäftsprozesse.

Die beiden erstgenannten lagen 2024 im ersten Ausbildungsjahr bei 1.084 beziehungsweise 1.122 Euro.

Stabil sind außerdem Steuerfachangestellte und Speditionskaufleute, weil dort Regelwissen und Koordination verlangt werden. Entscheidend bleibt aber die Branche hinter dem Berufstitel.

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Was genau lernt mein Kind in einer kaufmännischen Ausbildung und ist das nur Schreibtischarbeit?

Der gemeinsame Kern sind vier Felder: Beschaffung, Vertrieb, Rechnungswesen und Verwaltung – aber längst nicht jeder kaufmännische Beruf spielt am Schreibtisch. Was genau vermittelt werden muss, steht im Ausbildungsrahmenplan der jeweiligen Ausbildungsordnung; der Betrieb ist daran gebunden (§ 14 Abs. 1 Nr. 1 BBiG).

Wie unterschiedlich der Alltag aussieht, zeigen drei Berufe:

  • Kaufleute im Einzelhandel stehen auf der Fläche.
  • Speditionskaufleute koordinieren Fahrer und Termine.
  • Kaufleute für E-Commerce arbeiten an Shop und Kampagnen.

Dazu lernt Ihr Kind, was in keiner Ausbildungsordnung steht, aber überall gebraucht wird: Verträge lesen, Preise kalkulieren, mit Beschwerden umgehen, Termine halten. Wer Bewegung und Menschen braucht, sollte gezielt einen Beruf mit Kundenkontakt wählen statt eines reinen Büroberufs.

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Wie sicher ist die Zukunft mit einer kaufmännischen Ausbildung, gerade im Hinblick auf Digitalisierung?

Routinearbeit verschwindet, Entscheidungsarbeit bleibt – deshalb hängt die Sicherheit an der Wahl des Berufs und an der Bereitschaft zur Weiterbildung, nicht an der Berufsgruppe.

Rechnungen erfassen, Standardbriefe schreiben, Daten übertragen: Das übernehmen Systeme zunehmend. Kundenbeschwerden lösen, Verträge verhandeln, Prozesse neu denken, Lieferengpässe managen: Das nicht.

Die Ausbildungsordnungen ziehen nach. Seit dem 1. August 2021 enthalten alle neu erlassenen oder modernisierten Ausbildungsberufe verbindlich die Position „Digitalisierte Arbeitswelt“ mit Datenschutz und Datensicherheit; für ältere Berufe ist sie eine Empfehlung. Die Reform der Industriekaufleute vom 1. August 2024 gewichtet Datenauswertung und digitale Geschäftsprozesse deutlich stärker.

Praktisch heißt das für Ihr Kind: einen Beruf mit Kunden- oder Steuerungsanteil wählen, im Betrieb die digitalen Systeme wirklich lernen und nach der Ausbildung den Fachwirt einplanen – mehr dazu in Berufe ohne Studium mit gutem Gehalt.

Mehr zur Frage: Wie sicher ist die Zukunft mit einer kaufmännischen Ausbildung, gerade im Hinblick auf Digitalisierung?

Übersicht zum Thema: Berufe mit Zukunft 2027: 10 Ausbildungsberufe mit guten Aussichten