Geld & Recht

Sollte unser Kind einen Aufhebungsvertrag unterschreiben, wenn der Betrieb ihn anbietet?

Von Leonard Döppeler · Zuletzt aktualisiert am

Antwort für Eltern

In aller Regel nicht sofort – ein Aufhebungsvertrag beendet die Ausbildung einvernehmlich und nimmt jede Möglichkeit, die Kündigung anzugreifen.

Betriebe bieten ihn oft an, weil er ihnen das Schlichtungsverfahren und die Prüfung erspart, ob ein wichtiger Grund nach § 22 Abs. 2 BBiG überhaupt vorlag. Hinzu kommt ein finanzieller Nachteil: Wer an der Beendigung selbst mitwirkt, riskiert eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld.

Niemand darf zur sofortigen Unterschrift drängen. Ein Tag Bedenkzeit und ein Anruf bei der Ausbildungsberatung der Kammer sind immer möglich und immer sinnvoll.

Sinnvoll sein kann ein Aufhebungsvertrag trotzdem, etwa wenn Ihr Kind bereits einen neuen Ausbildungsplatz sicher hat und ein sauberes Enddatum braucht. Dann gehören ausdrücklich hinein:

  • das Enddatum,
  • ein qualifiziertes Zeugnis nach § 16 BBiG,
  • die Bescheinigung der bisherigen Ausbildungszeit für die Anrechnung im neuen Betrieb.

Wie der Wechsel dann abläuft, steht in Ausbildungsbetrieb wechseln.

Mehr Kontext

Nach der Probezeit darf der Betrieb nur aus wichtigem Grund kündigen. Woran die meisten Kündigungen scheitern und welche Fristen jetzt laufen.

Kündigung in der Ausbildung 2027: Welche Rechte Ihr Kind hat

Passende Ratgeber

Weitere Fragen zu diesem Thema