Orientierung & Berufswahl

Wie gehe ich damit um, wenn mein Kind alles sofort können will?

Von Leonard Döppeler · Zuletzt aktualisiert am

Antwort für Eltern

Den Anspruch nicht bestätigen, aber auch nicht kleinreden – und gezielt Situationen suchen, in denen Anfangen schwerfällt. Wer gewohnt ist, dass Dinge leicht gehen, deutet die erste Mühe als Zeichen mangelnder Eignung und bricht ab, bevor die Sache interessant wird.

Dagegen hilft weniger Zuspruch als Erfahrung: ein Handwerk, ein Instrument, ein Sport, bei dem die ersten Wochen unbefriedigend sind und trotzdem weitergemacht wird. Genau das ist zugleich ein gutes Eignungsmerkmal für eine Ausbildung – wer den unangenehmen Teil einer Sache mitmacht, meint sie.

Nützlich ist außerdem, den Maßstab zu verschieben: nicht „gut sein“, sondern „besser werden als letzte Woche“. Wo die Ausbildung selbst zu langsam wird, hilft die Verkürzung nach § 8 BBiG auf gemeinsamen Antrag.

Und rechnen Sie mit Rückschlägen im ersten Ausbildungsjahr: 2024 wurden 29,7 Prozent der Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst, und etwa die Hälfte dieser Jugendlichen schließt danach erneut einen Ausbildungsvertrag ab. Ein schwerer Start ist kein Urteil über die Begabung. Mehr dazu in Loslassen bei der Berufswahl.

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