Geld & Recht

Was passiert, wenn die Ausbildung in der Probezeit nicht gut läuft? Kann die Ausbildung einfach so beendet werden?

Von Leonard Döppeler · Zuletzt aktualisiert am

Antwort für Eltern

Ja – in der Probezeit kann jede Seite jederzeit kündigen, ohne Frist und ohne Angabe von Gründen (§ 22 Abs. 1 BBiG). Zwei Formalien gelten trotzdem, und beide werden oft übersehen. Die Kündigung braucht Papier und eine eigenhändige Unterschrift (§ 22 Abs. 3 BBiG) – per E-Mail oder Messenger ist sie unwirksam. Und bei Minderjährigen muss sie den gesetzlichen Vertretern zugehen, also Ihnen.

Bevor es so weit kommt, lohnt das Gespräch: Viele Probleme in den ersten Wochen sind Zuständigkeits- oder Erwartungsfragen, die eine Nachfrage klärt. Geht es um ausbildungsfremde Arbeiten, fehlende Betreuung oder Arbeitszeiten jenseits des Jugendarbeitsschutzgesetzes, ist die Ausbildungsberatung der Kammer die richtige Stelle.

Zur Einordnung: 2024 wurden 29,7 Prozent der Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst, und etwa die Hälfte dieser Jugendlichen schließt danach erneut einen Ausbildungsvertrag ab. Eine Kündigung in der Probezeit ist ein Umweg, kein Scheitern. Wie ein Neustart gelingt, steht in Ausbildungsbetrieb wechseln.

Mehr Kontext

Die Probezeit in der Ausbildung dauert ein bis vier Monate, und beide Seiten können fristlos kündigen. Welche Rechte und Pflichten dabei gelten.

Probezeit in der Ausbildung 2027: Rechte und Pflichten im Überblick

Passende Ratgeber

Weitere Fragen zu diesem Thema