Eltern-Kind-Dynamik
Ist es normal, dass ich traurig bin, obwohl ich stolz auf mein Kind bin?
Von Leonard Döppeler · Zuletzt aktualisiert am
Antwort für Eltern
Ja – beides gehört zusammen, und der Zeitpunkt ist erklärbar: Der Berufseinstieg ist der erste Übergang, bei dem Ihre Zuständigkeit nicht schrittweise kleiner wird, sondern an einem Datum endet.
Mit dem 18. Geburtstag endet die elterliche Sorge nach § 1626 BGB vollständig; ab da erteilen Betrieb und Berufsschule Ihnen ohne Einwilligung Ihres Kindes keine Auskunft mehr. Gleichzeitig läuft die Unterhaltspflicht für eine angemessene Erstausbildung nach § 1610 BGB weiter – Sie tragen also weiter mit, ohne mitzuentscheiden. Diese Asymmetrie ist der Kern des Gefühls, und sie ist kein Zeichen dafür, dass etwas falsch läuft.
Was hilft, ist, die eigene Rolle neu zu benennen, statt sie zu vermissen: zuhören ohne sofortigen Rat, wissen, wo es Hilfe gibt, und gelassen bleiben bei Rückschlägen.
Bleibt die Traurigkeit über Monate und bestimmt den Alltag, ist das ein Thema für die Hausarztpraxis – auch Erwachsene dürfen an Übergängen Unterstützung suchen. Mehr zu dieser Phase: Loslassen bei der Berufswahl.
Mehr Kontext
Mit 18 endet die elterliche Sorge vollständig, die Unterhaltspflicht nicht. Was sich beim Berufseinstieg rechtlich und finanziell verschiebt.
Kind wird erwachsen 2027: Was sich beim Berufseinstieg wirklich ändert
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